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Übersetzter Auszug aus der Seite:

http://www.iridescent-publishing.com/rtm/ch5p4.htm


Die globale Industrie

Die Zoo-Agentur in Hohenstadt, Deutschland, die sowieso schon in Verruf wegen ihres skrupellosen  Handels in exotischen Tieren für den Zirkus, Zoo und das Haustier-geschäft war, hat im Jahr 1984 noch mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen.  Die Agentur annoncierte in der Mai Ausgabe der “Geflügelbörse”, dass sie eine nicht erwähnte Anzahl von  raren Commerson Delphinen aus Patagonien für DM 40.000 pro Kopf zum Verkauf anbieten. Diese Tiere hätten, so behaupteten sie, authentische CITES Papiere. Der Besitzer von der Zoo-Agentur ist internationaler Tier Händler Walter Sensen, der von einem ehemaligen Delphin-Trainer als eine “harte und undurchsichtige Figur, die nur an Profiten interessiert ist “ beschrieben wurde. Am Telefon gab er irritiert eine knappe Auskunft, “Wir haben einen Mann in Süd Amerika, der uns diese Delphine anbot und wir versuchen Käufer für sie zu finden. Ich aber bin nicht derjenige über den man berichten sollte.” Dann hing Sensen auf, und es war klar, dass er keine weiteren Fragen, die seine Teilnahme am Delphin Handel belangen, beantworten wollte. So fern es die Regierungsstellen betrifft scheint Sensen schon eine Person zu sein, die auf der schwarzen Liste steht, bezüglich Import von stark gefährdeten Tierarten, obgleich diese Tatsache kaum seinem lukrativen Handel  geschadet hat. Dr. Rainer Blanke, Chef der Wissenschaftlichen Aufsicht für CITES in dem Ministerium für Landwirtschaft und Waldschutz hat dies zu sagen: “ Dieser Tierhändler wird niemals eine Import Lizenz, um Delphine nach Deutschland zu importieren, beantragen. 

Dr. Wolfgang Gewalt, der bärtige und von sich selbst überzeugte Direktor des Duisburger Zoos, glaubt, dass er ein Pionier dafür ist, Meeressäugetiere in Gefangenschaft zu halten. Und dies teilweise, weil er seit 1965 Delphine und Wale fängt, inklusive seltene Orinoco Fluss Delphine.

In seinen Berichten über die Orinoco Expeditionen, zeigt Gewalt die gleichen Empathie für die lokalen Kulturen wie für die Delphine, die er dort vernichtete. 

Die Eingeborenen verweigern ihm das Fangen von Delfinen aus religiösen Gründen oder aus Gründen des Aberglaubens - jeder der eine Lampe anguckt, die mit dem Oel von Delfinen gefüllt ist, wird erblinden.  Aber das hielt ihn nicht davon ab, die Delfine weiterhin zu verfolgen. Nach Tagen von Warten und Frust fängt er schliesslich einen im flachen Wasser. Er schreit erfreut: Nr. 1 ist gefangen. Die nächsten fängt er auf diese Weise: er bindet dem Delfin ein Handtuch um den Schwanz und verankert ihn in der Mitte des Flusses mit einer Liane. Der Delfin schreit natürlich und seine Familie kommt zur Hilfe. Sie werden mit einem Netz, was über den Fluss geworfen wird gefangen. Gewalt hat anscheinend einen mit seinen Armen gegriffen. Ihnen wurde Antibiotika und Betäubungsmittel injeziert.  Am Ende der Expedition – wurden 2 weitere Delfine und eine Mutter mit Baby auf die gleiche Weise gefangen. 

Nach der Patagonia Expedition wurde Gewalt zu DM 4000 verknackt wegen Verletzung der EEC Import Gesetze. Im Winter 1983/84 ging er nach Cape Horn und fing 6 Commerson Delfine, die er nach Duisburg bringen wollte. Von diesen 6 überlebte nur einer. Aber darüber setzte er sich spielend hinweg und importierte den Überlebenden ohne irgendwelche Einfuhrgenehmigungen oder Papiere. Laut Gewalt wollte der Duisburger Zoo die Delfine nicht von einem Händler in Chile erwerben, sondern durch seine Beziehung zu Sea World in Santiago. “Da waren 4000 Jacobitas in der begrenzten Gegend, wo wir die 4 für den Duisburger Zoo fingen” und dabei verringerte er die Anzahl der gefangenen Delfine wer weiss aus welchem Grund. (Anmerkung: 2 waren wahrscheinlich für Holland bestimmt) “Damit haben wir wohl kaum die gefährdeten Delfine verringert - mit unserer kleinen Operation. OK wir hatten Transportprobleme. Die chilenische Luftwaffe versprach, sie für uns zu transportieren, aber sie zogen im letzten Moment zurück und wir mussten uns um andere Transportmöglichkeiten kümmern, wodurch viele Verzögerungen auftraten und ein Aufenthalt in Santiago sein musste, wo die Delfine in einem temporären Pool untergebracht werden mussten. Und es war sehr, sehr heiss. Am Ende starben drei von vieren. Schade (Anmerkung: fünf von sechs Delfinen starben), aber nicht traumatisch, trotzt des Aufruhrs in der Presse! Ich hatte gehofft einige Weibchen zu fangen für die 3 Männchen, die ich hier in Duisburg habe, aber letzten Endes musste ich mit 3 Männchen vorlieb nehmen. (Anmerkung: Diese Zahlen stimmen nicht!)

Per Presse Informationen sind die Commerson Delfine, eine Art, die erst vor einem Jahr Hundert entdeckt wurde, an Stress und Herzversagen sowie Widerstandlosigkeit - gestorben. Gewalt entschuldigt sich damit, dass es alles zum Lernprozezess gehört.

“Was wir jetzt mit den Meeressaeugern haben, hatten unsere Grossväter mit Orang Utans und Olapis, aber jetzt züchten wir diese Tiere fast wie unsere eigenen Haustiere. Er scheint nichts Unrechtes zu tun mit diesen Sachen selbst mit dem Brechen des Gesetztes, weil er anscheinend die Zeit nicht finden konnte, um die notwendigen Formulare für die Einfuhrgenehmigung auszufüllen, sondern er informierte die Behörden per Telefon nach der Tatsache. Ein sardonischer Gewalt berichtet, dass sogar die Regierung und die Minister aktiv wurden wegen der Einfuhr von 6 Jacobitas. In der Tat, die beschämte deutsche CITES Behörde, meinte, dass dieser Fall Wellen machen würde. Aber nur kleine Wogen wurden erzeugt. Obgleich die CITES erfordert, dass die Tiere von den Behörden konfiskiert werden sollten, wurde nichts daraus, Dr. Rainer Blanke erklärt: „Ein grosses Problem für uns - nur einer von den Commerson Delfinen war noch geblieben und in sehr schlechter Verfassung. Und die Frage war, was sollen wir mit ihm machen? Wir dachten an verschiedene Möglichkeiten, einschliesslich, den Delfin nach Chile zurückzubringen, glaubten aber nicht, dass er die Reise überleben würde. Am Ende glaubten wir, dass es am besten wäre, den Delfin in Duisburg zu lassen. Wir verordneten jedoch an, dass Gewalt das Delfinarium vergrössern und verbessern müsste. Aber dann kam Gewalt mit Rechtsanwälten an und behauptete, dass der Delfin den Lärm von Bauarbeiten nicht vertragen könnte. Schliesslich gaben wir nach unter der Bedingung, dass nie wieder einer dieser Delfine importiert werden sollte - ich muss zugeben, dass die Strafe lächerlich war.”

Ausserdem gibt es noch in München den amerikanischen Tier-Händler James “Captain Jim” Tiebor, der die Delfin-Schau in Florida organisiert, welche weiterhin eine Anzahl von europäischen Tier-Parks mit Delfinen versorgt. Tiebor war derjenige, der die ersten Reise-Schauen in Europa mit Delfinen und Walen organisierte und die Tiere bei Carnevalen und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen , wie z.B. bei dem Bierfest in München,  auf die schrecklichste und primitivste Weise zur Schau stellte.

Ausser dem unglücklichen Orca Wal, den er zur Ausstellung beim Bierfest 1971 nach München einflog, versorgte er noch weitere Veranstalter mit Orcas u.a. verlieh er einen Orca an den bekannten Hagenbecks Tierpark im Jahre 1981 für einen jährlichen Betrag, der angeblich in der Nähe von einer Viertelmilllion DM lag. Ausserdem versorgte er verschiedene andere Veranstalter, einschliesslich Knie’s Kinderzoo in der Schweiz und Adriatic Sea-World in Riccione, Italien, mit Delfinen, Seelöwen und Papageien. Vor nicht zu langer Zeit hat er 2 Delfine an den riesigen Europa-Park in Baden Württemberg, an den Heide-Park und an den Safari-Park in Gänserndorf in der Nähe von Wien, für  einen Preis von DM 300.000 verliehen. Die einzige Reue, die Tiebor für all die verstorbenen Delfine, die ihm ein Vermögen einbrachten, hervorbringen kann ist: “letzten Endes haben wir begriffen, dass dies nicht ganz in Ordnung war. Wir hatten mehr kranke Tiere und mehr Verluste als heutzutage”. Aber, wie all seine Mitläufer, will Tiebor seine Verluste nicht zugeben, denn zu viel Offenheit ist schlecht für das Schau Geschäft. Er weigert sich Auskunft über seine gegenwärtigen Geschäfte zu geben, obgleich es bekannt ist, dass er weiterhin seine eigenen Delfin-Schauen zu den höchsten Preisen, die er kriegen kann, verkauft.

Er hat Verbindungen mit Delfinarien in Spanien und man sagt, dass er das nicht-EEC befolgende Österreich dafür benutzt, um Delfine von Südamerika einzuführen. Ausserdem ist er der Repräsentant für Ferndalel’s  internationaler Tier Börse.

Die Ocean Life Co., die von einem Schweizer Delfinhändler namens Rene Duss betrieben wird, ist abwechselnd in Deutschland, Spanien , Italien und Mexico beheimatet. Rene Duss war ehemals der Lehrer von “Captain Jim” Tiebor. Weitere Tiere, die er zur Schau stellt, sind Seelöwen, Pelzseehunde, Papgeien und Chimpansen. Laut Berichten von ehemaligen Trainern, betrieb Duss das heruntergekommene Delfinarium Ocean World in Viareggio in der Nähe von Pisa, zog sich aber zurück als alle 5 Delfine aufgrund einer mysteriösen Krankheit, bei welcher die Körper der Delfine mit Pusteln bedeckt waren, starben. Und anstatt die Leichen einer Obduktion zu unterwerfen, sagt man, dass er sie schnell verbrennen liess. Befragt, was mit den Viareggio Delfinen passiert ist, sagte Duss “Ich weiss wohin das geht und ich hab nichts dazu zu sagen. Ich gebe keine Informationen über das Telefon.” Unter Druck jedoch erklärte der Schweizer  Showman :”Jeder macht mal einen Fehler und wir  lernen davon. Es ist wahr, dass ich 5 Delfine in Viareggio verloren habe. Aber Obduktionen wurden gemacht. Der erste gestorbene Delfin wurde an die Universität von Pisa geschickt.

Duss glaubt, dass diese Beschuldigungen “ein Rache- Akt eines unzufriedenen ehemaligen Angestellten “ sei. Auf die Frage, warum die Delfine in solchen herunter gekommenen Verhältnissen untergebracht wurden, antwortete er :”Es gibt in unserem Geschäft keine Engel. Zum Anfang macht man keine Kompromisse. Ich habe aber die Delfine nicht in solchen Verhältnissen untergebracht um sie auszunutzen. Wir hatten keine andere Möglichkeit, weil unser Pool in Deutschland kaputt war.”

Im Jahr 1984 bekam Duss 2 Delfine von Peter Bössenecker, der Inhaber von Societe Biologique des Caraibes, einer Gesellschaft, die bis vor kurzem in einem Trailer in einem lokalen Zoo in Rhenen, Holland, hauste und seiner südamerikanischen Delfinfang Operation auf einer der Carbischen Antillen Inseln. Zuvor im selben Jahr hatte Bössenecker mindestens 10 Delfine in Guatemala gefangen, wo es noch relativ einfach ist, trotzt der CITES Kontrollen,  internationale Export Papiere zu erhalten. In der Tat ist es hierbei interessant zu sehen, wie in der Praxis der Geist von CITES widerholt verletzt wird, nicht nur von Tierhändlern allein, aber auch von den Bürokraten, die die Fang- und Export Bescheinigungen ausfüllen. Ein Brief, datiert vom 4. Februar 1983 von der guatemalischen Landwirtschafts Behörde beinhaltet die ursprüngliche  Anfrage von Bössenecker für die Erlaubnis, 20 Tursiops truncatus zu fangen und zu exportieren.

Bössenecker, der damals der Direktor vom Delfinarium in Rhenen, Holland, war hatte seiner Anfrage 4 Beglaubigungsschreiben als Unterstützung für sein Unterfangen, beigelegt, wie es vom Gesetz verlangt wird. Alle bestätigten, dass er von einwandfreiem Charakter wäre und als Delfinfänger sehr kompetent sei. Aber woher kamen diese wunderbaren Referenzen? Sie kamen von Bösseneckers Freunden und Kunden aus der Delfin Industrie. Die 1. Beurteilung von der K.M. voor Dierkunde aus Antwerpen, Belgien. Diese anerkannte Institution, die RZ.S of Antwerp, bestätigt, dass Bössenecker ein erfahrener Delfin-Fänger ist sowie auch ein Mitglied der EAAM. Als der Haupt Delfin Fänger für S.B. des Caraibes, so fährt der Brief fort, hätte er schon viele Delfine an “bekannte Zoos und Delfinarien”, die alle Mitglieder von EAAM sind, geliefert. “Unsere Gesellschaft erhielt im Jahre 1977 drei Guayana Delfine und im März 4  grosse Tümmler , die Bössenecker  fing und die alle noch sehr gesund sind.”  Das Schreiben war von Pieter de Block unterschrieben, Kurator des Delfinariums der RZS. Das 2. Schreiben kommt von O. Animal Park, Aquarium, Delfin-Schau und der Standort des Trailers in Rhenen, Holland. “Wir bestätigen hiermit gern, dass Herr Bössenecker schon lange Jahre für unser Delfinarium arbeitet. “ so das Schreiben. “Unter anderem besorgte er für uns tursiop gilli, tursiop truncatus und sotalia guianensis. All diese Tiere wurden gut gehalten und versorgt, einschliesslich während des Fluges von Japan, Sued Amerika und dem mexikanischen Golf. Wir würden weiterhin seine Dienste beanspruchen und wir wissen von dem jährlichen Symposium der EAAM, dass all die Mitglieder gern Herrn Bösseneckers Wissen und seine Geschicklichkeit in Anspruch nehmen.” Die Unterschrift von diesem Schreiben ist unlesbar. Das 3. Schreiben  kommt von dem Delfinarium H. was ebenfalls eine Unterwasser-Seelöwen-Schau und eine “Wissenschaftliche Meeressäuger Forschungs Abteilung” anbietet. Dieses Schreiben bestätigt, dass Herr Bössenecker verschiedentlich Delfine - nämlich Sotalia - an das Delfinarium H. geliefert hätte. Diese Lieferungen fanden zu unserer vollständigen Zufriedenheit statt und wir hoffen, dass wir weiterhin mit Herrn Bössenecker geschäftliche Verbindungen aufrecht erhalten können. Dieser Brief war von dem Direktor des Delfinariums F.B. den Herder. Und zuletzt - die vierte glühende Charakter Referenz kommt vom Nürnberger Tiergarten. Dieser bestätigt, dass während einer 6 jährigen Periode “ mehrere komplizierte und ausgedehnte Tierhandel” durch Bössenecker absolviert wurden, der u.a. “Tümmler, Guayana Delfine, Seekühe und Tapire” lieferte. Bössenecker, so fährt das Schreiben fort, “zeigte sich während all dieser Transaktionen als ein zuverlässiger Geschäftspartner mit dem Zusammenarbeit immer auf Vertrauen ruhte. Und wie wir in Südamerika herausfanden, hat sich Herr Bössenecker eine umfangreiche spezialisierte Kenntnis von Meeressäugern  angeeignet, die ihm erlaubt, diese Tiere erfolgreich zu fangen und transportieren. Herr Bössenecker ist obendrein ein Mitglied der EAAM und besucht regelmässig die Versammlungen. Wir sind davon überzeugt, dass Herr B. während seiner weit schweifenden Expeditionen eine grosse Kenntnis erworben hat” ... unterschrieben von Dr. M. Kraus, Direktor.

Anscheinend hielt die CITES Behörde in Guatemala solche Bescheinigungen für ausreichend, um Bösseneckers Antrag zu genehmigen. Ein späteres Dokument, ausgefüllt von der Landwirtschaftsbehörde bestätigt,  dass wegen der positiven Aufnahme seines Antrages von der Guatemalischen Fischerei Behörde und des Guatemalischen Naturhistorischen  Vereins hatte man Bössenecker erlaubt 20 Tursiops truncatus aus dem Atlantik zu fangen. Wieviele dann in Wirklichkeit gefangen wurden ist unbekannt, jedenfalls wurden 10 nach Europa exportiert.

Rene Duss beabsichtigte, zwei von diesen Tieren für ein neues Delfinarium namens Hansaland in der Nähe von Lübeck, Deutschland zu importieren, das er damals mit seiner Frau Julia unter einem Mietvertrag betrieb. Aber als all die 10 Delfine im Flughafen von Luxembourg landeten, wurden sie von der Zollbehörde abgewiesen. Sie wurden dann nach Spanien umgeleitet. Es war Sonntag, der 22. April um 3 Uhr als ein kleines Transportflugzeug auf dem Flugplatz von Valencia landete mit einer Ladung von Tümmlern. Der Zoll wusste nichts von dieser Ladung und es waren keine Vorbereitungen getroffen worden. Obgleich die Tiere keine CITES Import Papiere besassen, wurden sie ausgeladen und in das Zollgebäude transportiert. Der illegale Import dieser Tiere brachte den Zoll in eine unangenehme Situation; es war offensichtlich, dass die Delfine nach einer langen Reise von Guatemala und der Zwischenlandung in Luxembourg bald sterben würden, wenn sie nicht sofort ins Wasser kämen. Aus humanen Gründen entschied man ,die gegenwärtigen Regeln zu ignorieren, und man gab den Delfinen  ein vorübergehendes Asyl in Spanien, obwohl die Spanier Zweifel hegten, ob die Guatemalischen Export Papiere ihre Richtigkeit hätten. Endlich, nach Stunden von Diskussionen und Argumentieren, wurden die Delfine vom Zoll befreit und zu zwei in der Nähe gelegenen Delfinarien transportiert. Beide Delfinarien sind in der Nähe von Alicante und dort wurden die Delfine in Übergangspools untergebracht. Die lange und anstrengende Reise hatte inzwischen seine nicht ausbleibenden Auswirkungen auf die Delfine:  ein Delfin starb am nächsten Tag in Rene Duss’s Safari Park in Vergel, während ein anderer einige Wochen später in Walter Moser’s Delfinarium in Elche starb. Moser, ein anderer Schweizer, dem früher die Firma Sea Artist Enterprises in Rapperswill gehörte, arbeitete mit dem berühmten Schweizer Knie Zirkus um deren Delfin-Vorführungen zu arrangieren - bis des Sterben der Delfine Knie’s reines Ansehen bedrohten. 

Trotz des Sterbens in Spanien existierten noch genügend überlebende Delfine sodass Bössenecker mit diesem fatalen Unterfangen einen mageren Profit machen konnte. Während zwei der Delfine  zu Niedrigpreisen  an Moser verschleudert wurden, was eine neue Richtung im Delfingeschäft aufzeigt um die strengeren Richtlinien in den westlichen Ländern zu umgehen,  wurden vier der noch übriggebliebenen Guatemalischen Delfine an einen Bulgarischen Spiel-Park am Schwarzen Meer verkauft.  Zwei Delfine blieben noch übrig, mit denen Bössenecker seinen Vertrag mit Duss vollziehen konnte. Ironisch ist, dass diese Tiere in Wirklichkeit Ersatz für ein Paar von anderen Delfinen waren, die das Jahr zuvor von der Ocean Life Co, erworben worden waren und die vor Ablauf der einmonatigen Garantie starben. Als die zwei neuen Guatemalischen Delfine automatisch in Duss’s Besitz in Spanien übernommen wurden, glaubte Bössenecker, dass er damit seinen  Kontrakt erfült hätte. Duss jedoch brauchte diese Delfine dringend in Hansaland, Deutschland. Obgleich sich die deutschen Behörden gegen eine Einfuhr wehrten, entdeckte man einige Monate später, dass zwei Delfine plötzlich in Hansaland aufgetaucht waren. Die Zoll Behörde, so sagt man, nimmt an, dass Duss die Tiere per Privatflugzeug nach Deutschland geschmuggelt hat und ganz und gar bereit war die lächerliche gesetzliche Strafe oder das unbedeutende Risiko, dass  die Tiere konfisziert würden, zu akzeptieren.

Duss verneinte vehement am Telefon, dass er die Delfine illegal importiert hätte. “Zu behaupten, dass ich zwei Delfine per Privatflugzeug nach Deutschland eingeführt hätte ist skandalös” Er behauptet “ Die offiziellen Dokumente sind alle in Ordnung. Die Presse lügt und hat alles aus dem Zusammenhang gezerrt.” Und dennoch weigert sich Duss irgendwelche Informationen preis zu geben, die die vorhandenen Zweifel bezüglich der Identität und Herkunft der Hansaland Delfine zerstreuen könnten. In der Tat war es unvermeidlich, dass sich, während der folgenden Monate, der Zwiespalt über die Anklage von illegaler Einfuhr verstärkte und die deutsche CITES Behörde verkündete, dass sie “eine intensive Untersuchung dieser Affäre von der Zollpolizei unternehmen werde”. Aber am Ende verlief sich diese Untersuchung im Sand wegen ungenügendem Beweismaterial. Dr. Rainer Blanke erklärt:” Wir haben nie herausgefunden, woher diese Delfine kamen. So weit wie wir wissen, kamen 10 Delfine in Luxenburg an, wovon zwei nach Spanien weitergeleitet wurden. Da war der Verdacht, dass Duss zwei per Privatflugzeug nach Deutschland schmuggelte, aber die Untersuchung der Zollbehörde brachte keinen Beweis.” In der Tat, man sollte annehmen, dass Lücken im Gesetz und die Durchführung desselben jedenfalls teilweise für die Verwirrung verantwortlich waren. Im Jahre 1988, versuchte der Ouwehand Zoo und das Delfinarium in Rhenen, Holland, Bösseneckers ursprüngliches Handlungsfeld, völlig aus dem Blauen, einen  von den Hansaland Delfinen zu reklamieren. Im legalen Streit mit Duss bestand der Zoo  darauf, dass Duss Zahlungsrückstände hätte und zwar für die Delfine, die an Hansaland ausgeliehen worden wären. Ausserdem beschuldigten sie Duss, dass er die Delfine nicht wieder zurückgegeben hätte als der Vertrag auslief. Der Direktor von Ouwehand erklärte:” Ursprünglich hatten wir einen Vertrag im Jahre 1983, die Delfine auf vorübergehender Basis an Duss auszuleihen - für die Dauer von 10 Monaten - bis er sie mit seinen eigen Tieren ersetzen konnte. Der Vertrag lief aus und das Tier wurde nach Rhenen zurückgebracht. Daraufhin wurde das gleiche Tier wieder an Duss für eine Dauer von 8 Monaten ausgeliehen. Somit wurde es wieder nach Deutschland transportiert. Es sollte im Oktober 1984 wieder zurückgebracht werden, aber Duss gab es nicht zurück und hörte mit den Zahlungen auf”.

Der Zoo, trotz seiner früheren glühenden Unterstützung für Peter Bössenecker, hatte zu der Zeit seine Verbindung zu dem Delfin-Händler und Vorführer abgebrochen. “Wir sind ein wissenschaftlicher Zoo und machen keine Geschäfte mit Bössenecker”,  erklärte der Direktor von Ouwhand. “Wir wollen nichts mit solchem Tierhandel zu tun haben”. Obgleich Duss die erste Stufe des Gerichtsverfahrens gewonnen hatte, protestierte er gegen die Entscheidung. Gleichzeitig, obgleich er noch unter Vertrag mit Hansaland war und Delfin-Vorstellungen in der Saison von 1989 zu absolvieren hatte, liess sich Duss unerklärlicherweise nicht sehen. Bald darauf wurde entdeckt, dass zwei Delfine ebenfalls fehlten, was erneut den Verdacht des Schmuggelns hervorrief.  Dieses Mal hatte Duss illegal zwei Delfine nach Spanien entführt, inklusiv dem Delfin, der Ouwehand gehörte. Ein tierärztlicher Inspektor  im Bundesland Schleswig Holstein, wo Hansaland liegt, erklärte: “ Da es ein Transport innerhalb der EEC ist,  ist keine Ausfuhrgenehmigung notwendig. Was aber notwendig war, war ein Dokument von CITES, dass Duss der wirkliche  Eigentümer dieser Delfine ist. Diese Ausfuhr war deshalb illegal, weil Duss diese Delfine entführt hat, die nicht sein Eigentum sind.”

Duss jedoch besteht weiterhin darauf, dass er der rechtliche Eigentümer dieser Delfine sei und dass Ouwehand, unter den Bedingungen des bestrittenen Vertrages zwischen ihm und dem Zoo, ihm ein Ersatztier für das Tier, was vor Ablauf der Garantie verstarb, zur Verfügung gestellt werden muss. “ Ich glaube, dass Peter Bössenecker uns im Jahre 1985 drei Delfine verkaufte, die über Luxemburg kamen.” erinnerte sich Duss. “Einer der Delfine war ein Baby - nicht mehr als ein paar Monate alt. Es starb in meinen Armen ein oder zwei Stunden nachdem es ankam. Das war ein total krimineller Tierhandel. Das ist auch der Grund weshalb der Ouwehand Zoo sich von Bössenecker getrennt hat. Die Fang- Ausfuhr- und Transport-Dokumente für diese Delfine waren alle auf den  Namen des Ouwehand Zoos ausgestellt.  Es bestand aber die Vereinbarung, dass wenn sie uns keinen Ersatz-Delfin zur Verfügung stellen könnten, dann würde der geliehene Delfin, laut Garantie-Bedingungen, uns gehören.” Obwohl er zugeben musste, dass das deutsche Gericht seine Interpretation nicht anerkennt, weigert er sich zuzugeben, dass er den Delfin gestohlen hatte - den er später dann in Spanien verkauft hat - und er beschuldigt Ouwehand sowie auch Bössenecker der Hintergehung. 

Ausser den drei “wissenschaftlichen” Unternehmen, Gewalt’s Duisburg, Hagenbeck’s Tierpark in Hamburg und der Tiergarten in Nürnberg, welcher einer der wenigen  Unternehmungen ist, die ihre Delfine aus Guyana erhielten, hat Deutschland noch sechs weitere Delfinarien aufzuweisen, die ausschliesslich als ein Geschäft geführt werden,  mit ab und an mal ein paar pädagogischen Hinweisen. Der Holiday Park, in der Nähe von Hassloch, mit fünf Delfinen in zwei kleinen Becken haben sechs Vorführungen am Tag und ein Publikum von 1 Million Besuchern im Jahr. Phantasialand in Brühl bei Köln; Hansaland  in Sierksdorf an der Ostsee, das jetzt von Ed van Stijn, von Phantasialand-Ruhm,  geführt wird; Heide-Park in Soltau; Europa-Park , in der Nähe von Lahr im Schwarzwald und zuletzt der Allwetterzoo in Münster. 

Manchmal geht Erziehung, Züchtung und Unterhaltung bei solchen Veranstaltern  Hand in Hand. In seinem Artikel, erschienen 1984 im Magazin “Natur”,  berichtet Udo Tschimmel, dass während einer Vorstellung im Holiday Park eine sanfte Stimme aus dem Lautsprecher ertönte, die verkündete “Im Delfinarium in Hassloch  wurde Deutschlands erstes Delfin-Baby gezeugt und geboren. Wir sind stolz darauf, denn es beweist, dass unsere Behandlungen von Delfinen vorbildlich ist.” Was sie jedoch nicht verkündeten, so berichte Tschimmel trocken, war  die Tatsache, dass das Kalb, innerhalb von ein paar Tagen nach seiner “historischen Geburt”, verstarb.



Übersetzung: Monika Laubach ML