Mehr als 30 Delfine (Sotalias und Große Tümmler) starben bereits im Nürnberger Delfinarium – vier davon allein im Jahr 2006. Auch am 10. und am 25. Juni 2007 starben in Nürnberg weitere Delfinbabys.
Das Becken des seit 1971 bestehenden Nürnberger Delfinariums ist 30 Meter lang und 4,70 Meter tief. Die Wasseroberfläche, die den noch lebenden acht Großen Tümmlern insgesamt zur Verfügung steht, beträgt gerade einmal klägliche 1000 Quadrat-Meter. Das Revier eines Delfins in der freien Wildbahn ist etwa 100 Quadrat-Kilometer groß!
Zirkus-Kunststücke machen die ausgebeuteten Tiere nur weil sie Hunger haben und zur Belohnung einen toten Fisch bekommen, den sie im Meer normalerweise nie fressen würden.Schockierend:Als ein Delfin dem ´Trainer` auf seine Anweisungen hin nicht folgte, Zirkus-Kunststücke zu machen, schlug dieser mit seiner flachen Hand ein paar mal auf den Kopf des Tieres! Der Delfin bettelte um ein Stück toten Fisch und bekam ihn nicht. Die oft mit Nahrungsentzug verbundenen Trainingsmethoden sind Vorfälle, die man gar während der "Shows" gezeigt bekommt! (Dies ereignete sich dort während meinen Recherchen am 18. März 2007)
Es ist eine Täuschung der Öffentlichkeit zu behaupten, der geplante Bau der sogenannten "Lagune" könne den Meeressäugern ein artgerechtes Leben bieten. In diesem geplanten Außenbecken ist der Schwimmbereich nur 60 Meter lang und 30 Meter breit; an der tiefsten Stelle ist es gerade einmal sieben Meter tief. Im Ozean schwimmen diese Tiere täglich 50 bis 250 Kilometer!
Monotones im Kreisschwimmen in einem kargen Betonbecken.
Ein häufiges Argument der Delfinariumsbetreiber, Delfine aus Flachwasserzonen wären an flaches Wasser von 3 - 7 Metern gewöhnt, ist schlichtweg falsch. Die Flachwasserzonen der Ozeane sind in der Regel 50 Meter tief!
Dieser Großer Tümmler beschäftigt sich selbst mit einem Ball
Was viele ebenfalls nicht wissen: Delfine haben eine natürliche Abneigung durch enge Tore, Felsen oder Ähnliches zu schwimmen, da sie von Natur aus nicht rückwärts schwimmen können. Der Bau des neuen geplanten Beckens (sog. „Lagune“) weist jedoch des öfteren solch enge Verhältnisse auf.
Des weiteren müssen sich die Delfine das größere Becken, welches Ihnen nur in den wärmeren Monaten zur Verfügung steht, mit anderen Tierarten u. a. Seekühe und Seelöwen teilen.
Außerdem sind die Delfine durch viel mehr Besucher (bis zu 2500 Personen) einem viel größeren Stressfaktor ausgesetzt. Der Bau der sog. "Lagune" ist ein Irrweg und kein Ausweg, denn auch dort kann den Großen Tümmlern kein würdiges und artgerechtes Leben geboten werden.
Kein Betonbecken kann den natürlichen Lebensraum Meer ersetzen oder simulieren.
Nicht der Ausbau, sondern die Schließung des Delfinariums muss das Ziel sein, denn art- und tiergerecht ist nur die Freiheit!
Aufgrund der unverhältnismäßig hohen Jungtier-Sterblichkeit im Nürnberger Delfinarium sowie in anderen Delfinanlagen (aus der Zucht mit 41 Delfinen haben von 20 Geburten nur vier Jungtiere überlebt) liegt die Befürchtung weiterer Wildfänge nicht fern. Diese sind zwar in Deutschland nicht mehr erlaubt, gelangen die Delfine jedoch beispielsweise aus dem südamerikanischen Pazifik über einen Zwischenhändler z. B. in die Schweiz und dann nach Deutschland, dann gelten die Tiere offiziell nicht mehr als Wildfänge.
So auch im Falle der Delfinweibchen Emy und Jenny, die zwischen Januar und Juli 1990 vor Kuba gefangen und über einen Schweizer Delfinhändler 1991 ins Nürnberger Delfinarium verbracht wurden. Auch Delfine aus Florida, Texas, Mexiko und von der kubanischen Küste wurden nach Nürnberg geschleust. Rechtlich galten diese Tiere nicht mehr als Wildfänge, dessen Einfuhren in die EU normalerweise verboten sind!
Wie eine repräsentative Meinungsumfrage, in der speziell die Tiergartenbesucher befragt wurden, ergab, lehnen die meisten wildgefangene Delfine ab. Je jünger die Tiergartenbesucher sind, desto mehr sprechen sich gegen die Entnahme von Meeressäugern aus dem Ozean aus, Tendenz steigend. Während in der Altersgruppe der über 60 Jahre alten Menschen 56,4 % der Zoobesucher dagegen sind, sprechen sich in der Gruppe der 25-44 -jährigen schon 70,2 % und von den 18 - 24 Jahre jungen Menschen sogar 84,6 % gegen wildgefangene Delfine für den Nürnberger Zoo aus.
92% der Nürnberger Tiergartenbesucher würden hier sogar die Schließung des Delfinariums in Kauf nehmen.
Ob dieser Delfin die Menschen genauso liebt, wie die Menschen (angeblich) die Delfine lieben?...wohl kaum.
Der Ex-Trainer des TV-Delfins "Flipper" Ric O`Barry berichtet von Fällen, dass Delfine in Gefangenschaft schon Selbstmord verübt haben! Sie öffnen ihr Luftloch und ertrinken oder rammen gar ihre Schädel so lange gegen die Betonwand, bis sie tot sind!
Laut Jean-Michel Cousteau ist ein Delfin in einem Schwimmbecken völlig orientierungslos. Sein Vater, Jacques Cousteau, versprach nie wieder Meeressäuger zu fangen, nachdem er einmal mit angesehen hatte, wie ein gefangener Delfin Selbstmord beging, indem er seinem Kopf wiederholt gegen die Wände des Schwimmbeckens rammte.
20.11.08 - Hier schaufelt sich der Tiergarten Nürnberg sein eigenes Millionengrab. Auch die verantwortlichen Politiker, die diesem zukunftslosen Projekt zugestimmt haben, werden in diesen Betonlöchern baden gehen! Die Besucher werden fern bleiben, denn keiner möchte diese Art von Delfinquälerei mehr sehen und erst recht nicht unterstützen!
Schwere Baumaschinen im Einsatz. Frau Mögel, die Sprecherin des Tiergartens gab in einem Interview bei Stern-online bekannt, dass die meisten der sich in der Baustelle befindlichen Delfine, aufgrund des Baustellenlärms, vorübergehend die Nahrungsaufnahme verweigert haben!
Anmerkung Andreas Morlok zum Bau der Delfin-Lagune
Die Lagune ist auch keine wirkliche Verbesserung für die Delfine. Die Wasserfläche hat dann eine Gesamtfläche von etwa 1500 qm2. Das sind 50 x 30 Meter. Da sollen bis zu 14 Delfine eingepfercht werden. Und wenn die Lagune 10 mal so groß wäre, ist sie immer noch viel zu klein. Die Tiere können ihre biologischen Grundbedürfnisse nicht ausleben. Das ist reine Tierquälerei. Zudem hat sich nach 44 Jahren Delfinhaltung in Deutschland herausgestellt, dass die Zucht gescheitert ist. Es lebt in ganz Europa kein einziges Tier in 3. Generation. In Nürnberg gab es schon seit 11 Jahren keine erfolgreiche Nachzucht mehr. Das wird sich mit der Lagune auch nicht verbessern. Die Mütter lassen ihre Delfinkälber lieber verhungern, als ihnen so ein übles Leben in Gefangenschaft zuzumuten. In Nürnberg leben Wildfänge und da die Zucht nicht funktioniert, wird Nürnberg auf weitere Wildentnahmen angewiesen sein. Jeder 2. Delfin in Europa ist ein Wildfang, sagt selbst Dag Encke, der Zoodirektor in Nürnberg. Delfinarien gefährden damit die Bestände in der freien Wildbahn. Zum Glück sind mittlerweile die meisten Menschen darüber aufgeklärt, was Delfinarien anrichten und besuchen diese Anlagen gar nicht mehr. Nicht ohne Grund haben sechs von ehemals neun Delfinarien in Deutschland bereits geschlossen. Wer Flipper wirklich liebt, der besucht keine Delfinarien mehr und hilft damit direkt, den bedrohten Tieren im Meer ihren Erhalt zu sichern.
Mir liegen erschütternde Informationen über die Todesfälle im Nürnberger Delfinarium vor. Neben vielen Totgeburten starben die Delfine unter anderem an Sepsis, Magengeschwüren, Fieber, eitrige Brustfellentzündungen, Leber-, und Nierenversagen, Probleme mit dem Herzmuskel, Gelbsucht, Virenerkrankung (menschlichen Ursprungs), Gastritis, Tuberkulose, Infektionen mit Bakterien (vermutlich aus der Karibik eingeschleppt), Hirnödem, Hautentzündung, Hautkrebs, Skelettmuskeldegeneration, Lungenentzündung, Ertrinken, Magen-, Darmentzündung (Nebenbefund: amerikanische Münzen im Magen), Schlag gegen den Kopf bei einem Kampf, halbseitige Lähmung, Gebärmutterriss, Infektionen im Mutterleib, Verhungern der Kälber, weil keine Aufnahme der Muttermilch und durch Unfälle (u. a. Sprung hinter die Sicherheitsabsperrung). Welche Krankheiten die Tiere während ihres Lebens haben, wird wohlwissentlich verschwiegen. Delfine in Gefangenschaft können nicht glücklich sein, eher die Betreiber der Anlagen, die Millionen durch die Ausbeutung der Tiere verdienen.
60 % der Nürnberger Zoobesucher lehnen die Delfinhaltung ab und besuchen nicht die Delfin-Shows - (2007 Zoobesucher: 1.062.089 – Delfinariumsbesucher 400.286).
In Japan werden jedes Jahr an die 20 000 Delfine getötet. Nur die stärksten und schönsten Tiere werden an Delfinarien verkauft. Für horrende Summen. Bis zu 150 000 US-Dollar pro Tier bezahlt die Delfinarienindustrie. Die anderen Delfine wirft man in Japan als Dünger auf die Felder oder verkauft das Fleich als Tierfutter. 10 solcher Delfine kamen Ende 2007 in ein Delfinarium in die Türkei. Was dort mit den Delfinen gemacht wird, kann man gerade aktuell über Google erfahren. Gäbe es keine Delfinarien mehr, dann wäre der Massengenozid an den Delfinen in Japan unlukrativ und müsste eingestellt werden. Japanische Delfine kamen bisher noch nicht nach Deutschland, aber der Fang der Delfine für Europa ist nicht weniger grausam. Egal wie groß Delfinarien sind, sie sind immer ein kleines Gefängnis für diese so freiheitsliebenden Tiere und ganz sicher sind sie ein Verbrechen gegenüber der Natur.
Wer diese Tiere sehen möchte, der sollte in seinem Urlaub am Meer eine Delfinsafari mitmachen. Man kann sich auch über die heutigen modernen Medien über Delfine informieren. Die vorgeschobenen wissenschaftlichen Forschungen, an denen sich die Delfinarien beteiligen sind für Delfine in freier Wildbahn nicht anzuwenden und deshalb völlig sinnlos. Delfinarien sind heute nichts anderes als Zugpferde für die Zooindustrie. Es geht um rein kommerzielle Interessen der Betreiber.
Mit der Lagune möchte der Tiergarten nur an einer scheinbaren Attraktion festhalten. Die CSU im Nürnberger Rathaus spricht von einem "Leuchtturmprojekt für die Region". Der Tiergarten hat jedes Jahr Millionenverluste, welche natürlich durch Steuergelder der Bürger bezahlt werden.
Verluste des TG Nürnberg
2005: - 2.743.101 Euro 2006: - 2.200.067 Euro 2007: - 2.703.438 Euro
Es ist daher völlig unglaubwürdig, dass der TG den Kredit, den er von der Stadt Nürnberg für den Lagunenbau erhält, in den nächsten 20 Jahren zurückbezahlen kann.
Der Steuerzahler wird die Zeche bezahlen müssen!
Nur ein Boykott dieser Anlagen wird diese Tierausbeutung beenden. Bald kommt der Film "The Cove" in die Kinos. Hier werden die Machenschaften der Zooindustrie aufgedeckt. Wer diesen Film gesehen hat, der wird ganz sicher nie mehr ein Delfinarium besuchen.
Anmerkung Andreas Morlok: Die Aussagen der Stadt Nürnberg zum Todesfall des Delfins Eva sind unseriös und nicht nachvollziehbar.
Es gibt keine einzige wissenschaftliche Studie, die belegt, dass Große Tümmler in der freien Wildbahn eine mittlere Lebenserwartung von 25 Jahren haben. Es ist ebenso unrichtig zu behaupten, dass Delfine in menschlicher Obhut über 50 Jahre alt werden. In Nürnberg erreichte noch nie ein Delfin ein solches Alter. Siehe folgende Statistik: http://walschutzaktionen.de/233164.html
Aufgrund der erhöhten Kortisolwerte (Stresshormone) der Delfine, hätte man den Bau der Delfin-Lagune vorübergehend einstellen müssen. Seit Monaten zeigte das Delfinweibchen Auffälligkeiten und seit Monaten intervenierten das WDSF und wir bei den zuständigen Behörden, die nichts unternahmen.
Die vielen Todesfälle (35), die große Jungsterblichkeit und die seit 11 Jahren erfolglose Zucht wird wohlwissentlich verschwiegen.