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Die Delfintherapie wurde bisher nur in den USA, Israel, Australien und Großbritannien durchgeführt, meist in halboffenen Haltungen im Meer. Aus folgenden Gründen sind wir der Meinung, dass die Delfintherapie lediglich als öffentlichkeitswirksames Aushängeschild gebraucht wird, um über die großen Probleme der Delfinhaltung hinwegtäuschen zu können:

Als im Januar 1998 eine Delfinmutter mit Baby bei einem Unfall ums Leben kam, stand das Nürnberger Delfinarium mehr denn je im Kreuzfeuer der Kritik.

Um die drohende Schließung abzuwenden, wurde das Argument vorgeschoben, mittels Delfintherapie kranken, behinderten Kindern helfen zu können. So sollte der Erhalt der Einrichtung in Nürnberg legitimiert werden.

Weiterhin wird suggeriert, dass dringend ein Außenbecken, die sogenannte Lagune benötigt wird, um diese Therapieform durchführen zu können.

Dieser Bau würde allerdings z e h n  M i l l i o n e n Euro (Stand Oktober 2007 gar 17 Millionen - Stand 2008 24 Millionen) kosten, ein Betrag, den Hilfsorganisationen, die wirklich am Wohl der Kinder interessiert sind, dringend benötigen. Mit diesem Geld könnten bahnbrechende Erfolge erzielt werden.

„Mit den 10 Millionen Euro, die in den Ausbau des Delfinariums gesteckt werden sollen, wäre es möglich 8000 hochgradig Kontakt gestörte Kinder ein ganzes Jahr lang anderweitig zu therapieren!“ Dies geht aus der Stellungnahme einer führenden Kinderhilfsorganisation hervor.

So spricht sich auch Frau Maria Kaminski, Präsidentin des Bundesverbandes Autismus Deutschland e. V., gegen die Delfintherapie aus:

Trotz intensiver Forschungsarbeiten gibt es nach wie vor keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass eine Delfin-Therapie autistischen  Kindern zu Förderung und Heilung verhilft. Ich favorisiere andere Therapieformen, deren Wirkung bereits seit langer Zeit wissenschaftlich sehr gut bewiesen sind und die zudem weitaus günstiger angeboten werden. Schon alleine der Kostenfaktor spricht eindeutig gegen die Delfintherapie, die oftmals mehrere Tausend Euro verschlingt und die Eltern behinderter Kinder in Existenznöte bringen kann. Es ist eine Frage der Ethik, ob wir Menschen diese Tiere ihrer Freiheit berauben dürfen, um sie für fragwürdige Zwecke auszunutzen.

Nicht zu vergessen ist auch, dass Delfine Wildtiere sind, die in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können.“

Behinderte Kinder und ihre Familien werden hier für eine Werbe-Kampagne benutzt. Selbst Experten sind der Meinung, dass bei den Eltern falsche Hoffnungen auf Heilung geweckt werden.

 
Weitere Meinungen zur Delfintherapie

Im vergangenen Jahr wurden die Ergebnisse der Studie einer Forschungsgruppe der Universität Würzburg und des Nürnberger Tiergartens veröffentlicht, die versuchten den langfristigen Erfolg der Delfintherapie zu belegen: Die Ergebnisse blieben hinter den Erwartungen zurück. Die Therapeuten, welche die Kinder betreuten, stellten keine Veränderungen fest. Positiver beurteilten viele Eltern die Ergebnisse. Quelle: AP (Apotheken Umschau, 1.März 2007, S. 78).

Umso verwerflicher ist es, dass die Betreiber des Delfinariums dennoch mit dieser Studie für ihr Projekt werben, die zwar jeglicher wissenschaftlicher Belege entbehrt,  von den Verantwortlichen jedoch in sämtlichen Zeitungsartikeln und Broschüren als wissenschaftlicher Beweis für den Erfolg dieser Therapieform herangezogen wird. Dass sich eine positive Veränderung im Verhalten der Kinder nur auf die Beobachtungen der naturgemäß stark emotional involvierten Eltern sowie eigens auf die „Beobachtungen“ der Betreiber des Nürnberger Delfinariums selbst stützt und somit von unabhängigen Wissenschaftlern nicht anerkannt ist, liest man jedoch nicht in den Broschüren und Artikeln des Delfinariums!

Diese von der Delfinariums-Industrie angebotene Therapieform ist eine der letzten Rechtfertigungsversuche für die Betreiber, um das Delfinarium nicht schließen zu müssen!

Des weiteren ist es nicht ungefährlich, mit den gestressten Tieren in Gefangenschaft kranke Kinder therapieren zu wollen. Es besteht die Gefahr von aggressiven Reaktionen (Ramm- und Stossattacken, Bisse) seitens der Delfine. Zudem ist das Risiko der Ansteckung durch Krankheitserreger gegeben. 

Kritische Stimmen gegenüber der Therapie mit Delfinen, welche von keinem Arzt verschrieben und von keiner Krankenkasse bezahlt wird, gibt es viele. Sie werden allerdings aufgrund der Werbemaßnahmen der Delfinarienbetreiber kaum zur Kenntnis genommen.

Lesen Sie dazu auch: http://www.psychotherapie.de/psychotherapie/mythen/01101904.htm


29.06.07  - PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

NR. 0760
Datum: 29. Juni 2007

Alternativen zur Delfintherapie fördern

Zu den Ergebnissen des gestrigen Fachgespräches "Delfintherapie in
Deutschland" erklärt Undine Kurth, parlamentarische Geschäftsführerin und natur- und
tierschutzpolitische Sprecherin:

Der Neubau eines Delfinariums auf Rügen und der Erweiterungsbau des
Delfinariums in Nürnberg bilden den Hintergrund für die aktuelle Diskussion zur
Delfintherapie. Das große Interesse an diesem Fachgespräch hat uns
bestätigt, dass wir ein wichtiges Thema zur richtigen Zeit aufgegriffen haben.

Die Delfintherapie gerät zunehmend in die Kritik, da die dafür eingesetzten
Delfine in den Delfinarien nicht artgerecht gehalten werden können und
besonders leiden. Zudem müssen immer wieder Tiere dieser streng geschützten Art aus
der Natur "nachgeliefert" werden, um den Bestand der Delfinarien zu sichern, da
Nachzuchten in Gefangenschaft so gut wie nie gelingen. Diese Wildfänge
wiederum bedrohen den Bestand der Delfine ernsthaft.
Das Fachgespräch sollte helfen herauszufinden, ob Delfintherapien im
Vergleich zu anderen Tiertherapien zu wesentlich besseren Erfolgen führen; ob es
Therapieerfolge gibt, die nur durch Delfintherapien erreicht werden können -
oder ob andere, kostengünstigere und artenschutzrechtlich unproblematischere
Tiertherapien ebenso erfolgreich seien können.
Der Kreis der eingeladenen Fachleute reichte von der Vorsitzenden des
Vereins "autismus e.V." über Vertreterinnen und Vertreter von Tier- und
Artenschutzorganisationen bis hin zu Befürworter der Delfintherapie.

Wir betrachten es als großen Fortschritt, dass sich alle anwesenden
Fachleute eindeutig gegen die Haltung dieser großen, intelligenten Meeressäuger in
Delfinarien ausgesprochen haben, die nicht einmal entfernt ihren natürlichen
Lebensraum nachbilden können. Auch Befürworterinnen der Delfintherapien
haben betont, dass diese Therapie nur dort durchgeführt werden kann, wo die Tiere
freien Zugang zum Meer haben.

Für uns ergeben sich aus diesem Fachgespräch folgende drei Forderungen:

- Bund und Länder müssen Alternativen zur Delfintherapie fördern und die
Forschung hierzu unterstützen.
- Die Einfuhr von Delfinen für kommerzielle Zwecke muss solange gestoppt und
der Neu- und Ausbau von Delfinarien untersagt werden bis erwiesen ist, dass
keine andere Tiertherapie die Delfintherapie ersetzen kann.
- Die Haltungsbedingungen für die in deutschen Delfinarien verbleibenden
Delfine, die nicht wieder ausgewildert werden können, müssen verbessert
werden - was nicht ein Ausbau von Delfinarien bedeutet, da auch durch Umsetzen der
Tiere in bessere Haltungsbedingungen Abhilfe geschaffen werden kann.



(c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Pressestelle
11011 Berlin

T: 030 / 227 - 5 72 12
F: 030 / 227 - 5 69 62
http://www.gruene-bundestag.de  
eMail: presse@gruene-bundestag.de


Fachgespräch Delfintherapie im Bundestag

Am Montag, den 25.08.07 starb im Delfinarium Nürnberg erneut ein
Delfinkalb, nur wenige Stunden nach der Geburt. Damit erreichte
der Zoo den traurigen Rekord von sieben toten Delfinbabys in drei
Jahren. Entsprechend eindeutig war die Kritik an der Delfinhaltung
in deutschen Delfinarien, die Tierschützer am 28.06.07 anlässlich
des Fachgesprächs zur "Delfintherapie in Deutschland", zu dem die
natur- und tierschutzpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Undine Kurth geladen hatte, formulierten. Auch der Bundesverband
war vor Ort vertreten und stimmte mit den anderen Verbänden darin
überein, dass die vier in Deutschland noch existierenden Delfinarien
geschlossen werden sollten und Neubauten verboten werden müssen.
Unterstützung erhielten sie dabei von den geladenen Wissenschaftlern
und dem ehemaligen Delfintrainer Richard O'Barry. Die Befürworter
von Delfintherapien betonten, dass Delfintherapien nur dort
durchgeführt werden sollten, wo die Tiere direkten Zugang zum
Meer haben.

Die Pressemitteilung der Grünen Fraktion zum Fachgespräch
finden Sie unter:
http://www.undine-kurth.de/570.0.html?&no_cache=1&expand=54792&displayNon=1&cHash=b3eca84b1f


24.08.07Nr. 216 (fwd) 

   5. Im Bundestag notiert: Einrichtung von Delfintherapiezentren



Ernährung und Landwirtschaft/Antwort

Berlin: (hib/CHE) Die Bundesregierung plant nicht, eine Einrichtung von

Delfintherapiezentren in Deutschland zu unterstützen. Ferner liegen ihr

weder Hinweise darauf vor, wie viele solcher Zentren in der EU und in

Deutschland zu kommerziellen Zwecken geplant sind, noch, wie viele

Einrichtungen eine solche Therapie bereits zu wissenschaftlichen und

kommerziellen Zwecken anbieten. Das geht aus ihrer Antwort (16/6146

http://dip.bundestag.de/btd/16/061/1606146.pdf >) auf eine Kleine Anfrage der Grünen (16/5589 http://dip.bundestag.de/btd/16/055/1605589.pdf  )

hervor. Die Bundesregierung betont außerdem, dass eine Bewertung des

Nutzens medizinischer Behandlungsmaßnahmen nicht in ihrem

Zuständigkeitsbereich liege, sondern Sache der medizinischen Fachwelt

sei. Bisher gebe es keinen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses

zur Delfintherapie, weshalb sie sozialrechtlich auch nicht als anerkannte

Heilmethode gelte, schreibt die Regierung. Eine Finanzierung durch die

Gesetzliche Krankenversicherung (GVK) komme daher nicht in Betracht. Die

Bundesregierung plane auch nicht, die Teilnahme an einer Delfintherapie

finanziell zu bezuschussen.


>> ------------------------------------------------------------------------


>> Herausgeber: Deutscher Bundestag

>> PuK 2 - Parlamentskorrespondenz

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>> Telefon: 030/2 27-3 56 42

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>> Verantwortlich: Uta Martensen

>> Redaktionsmitglieder: Dr. Bernard Bode, Dr. Susanne Kailitz, Michael

>> Klein, Dr. Volker Müller, Monika Pilath, Günter Pursch, Annette Sach,

>> Bernadette Schweda, Sabrina Sperlich, Alexander Weinlein, Siegfried F.

>> Wolf


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WDCS - Delfintherapie - Eine Faktensammlung:

http://www.wdcs-de.org/docs/DAT-Report.pdf

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30.10.07 - Verbot gefordert: Delfine in der Autismus-Therapie "reinste Tierquälerei" 

http://www.oe24.at/zeitung/wissen/article152207.ece

29.12.07 - Kritik an Delfintherapie - http://www.bild.t-online.de/BILD/ratgeber/gesund-fit/2007/12/delfin-therapie/wirkung-umstritten,geo=3365766.html


23.01.08 - Delfine: Wunderheiler mit Flossen oder schwimmende Goldesel?  http://www.wdcs-de.org/news.php?select=227


17.06.08 - Delfintherapie in Delfinarien verboten http://prcenter.de/Delfintherapie-in-Delfinarien-verboten.21966.html


06.09.08 - Therapie mit Flipper - Delfine sollen behinderten Kindern helfen. Neue Delfinarien sind geplant. Doch die Erfolge sind zweifelhaft - http://www.welt.de/welt_print/article2403646/Therapie-mit-Flipper.html