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Zur Gefangenschaft von Delfinen

Nach Meinung des amerikanischen Biologen Murray Watson „erleben die Tiere durch die Gefangennahme eine Traumatisierung, ähnlich der, die wir Menschen erleben, wenn wir – etwa bei einem Autounfall – nur knapp überleben.“

Das bestätigt der kanadische Psychologe H. F. Ellenberger, der beobachtet hat, dass Delfine zu Beginn ihrer Gefangenschaft die gleichen Symptome zeigen wie frisch verhaftete Strafgefangene: Angstzustände, fieberhafte Unruhe und stereotype Bewegungen.“ (ebd.)

Auch kommt es zu „Symptomen des Gefangenschaftsschocks. Oft verweigern die Tiere auch Essen und Trinken. Als Ursache gilt die von Tiermedizinern so bezeichnete Fangmyopathie: ein nicht umkehrbarer völliger Zusammenbruch aller Körperfunktionen.“ (ebd.)


Die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft



Greenpeace, Jörg Siepmann:
“Greenpeace lehnt die Gefangenschaftshaltung von Delfinen ab, ebenso Wildfänge von Delfinen für Delfinarien und den Bau von Delfinarien. Würden die Delfinarienbesucher erfahren, wie Delfine gefangen und gefügig gemacht werden, wäre es mit dem Spaß vorbei. Für diese Tiere, die im Meer enorm weite Strecken ziehen, ist die Einsperrung auf engem Raum Dauerstress.“
Informationsblatt: Stellungnahme zu Delfinarien

Ocean Care, Sigrid Lüber, Präsidentin:
„Delfinarien sind eine der vielen Gefahren, denen wild lebende Delfine ausgesetzt sind. Jährlich fallen Hunderte von wild lebenden Delfinen brutalen Fangmethoden zum Opfer, wobei viele der Tiere dabei ihr Leben lassen müssen. Die Triebfeder für diese Fangaktionen ist die Delfinarienindustrie, denn sie ist auf Delfin-Nachschub angewiesen. Delfinnachzucht in Gefangenschaft ist aufgrund der hohen Jungsterblichkeit und fehlender Nachkommen von bereits in Gefangenschaft geborenen Tieren nämlich alles andere als nachhaltig.“
Leserbrief Nürnberger Nachrichten,14.6.2007

Sigrid Lüber:
Wir meinen: „32 tote Delfine im Nürnberger Tierpark, 17 tote Tiere von 21 Nachzuchten im Nürnberger Tierpark, 23 Tiere aus freier Wildbahn im Nürnberger Tierpark sind mehr als genug!“
Brief an den Nürnberger Stadtrat 5.7.2007

Pro Wildlife, Dr. Sandra Altherr:
„Der Bevölkerung wird vorgegaukelt, dies (Anmerkung: Kälbersterblichkeit) sei völlig normal bei erstgebärenden Delfinen. Das ist zynisch und absurd.“ PRO WILDLIFE verweist darauf, dass wild lebende Kälber eine Überlebensrate von 76 – 80 % haben, selbst in Gruppen mit vielen erstgebärenden Delfinen. „Der Tiergarten Nürnberg muss seine Delfinhaltung beenden“, so das Fazit.
Pressemeldung vom 28.6.2007

Whale and Dolphin Conservation Society
“Wir sind der Überzeugung, dass es Tierquälerei ist, derart hochentwickelte, soziale Tiere, die enorm weite Strecken ziehen, auf engem Raum einzusperren. Die Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft erfüllt keinen wissenschaftlichen, erzieherischen und Tier- oder Artenschutzaspekt und ist somit nicht im Sinne des Wal- und Delfinschutzes. Wir sind der Überzeugung, dass Shows und die Zurschaustellung weder Respekt gegenüber diesen faszinierenden Tieren vermitteln noch zum Verständnis dieser Tiere beitragen.“
Whale and Dolphin Conservation Society Homepage

Andreas Morlok

Der langjährige Delfin- und Walschützer Andreas Morlok bezeichnet Delfinarien gar als Vernichtungsanlagen für Delfine. Morlok: "Sämtliche Meeressäuger werden in Deutschland für überwiegend kommerzielle Showzwecke so lange ausgebeutet, bis sie tot sind. Mit Artenschutz haben diese winzigen Betonbecken nichts zu tun, denn keines dieser intelligenten und freiheitsliebenden Tiere bekommt jemals eine Chance, im Meer leben zu können. Wer "Flipper" wirklich liebt, der meidet konsequenterweise Zoos mit Delfinarien."


Die LVM-Versicherungszentrale in Münster - Hauptsponsor des Allwetterzoos: "Gewichtige Gründe sprechen gegen das Betreiben von Delfinarien“. Die Lösung der Probleme der Delfinarien sieht die LVM-Zentrale „in einer Veränderung der Willensbildung der politischen Parteien sowie einer Veränderung der Haltung der Bevölkerung“. Dort gelte es den Hebel anzusetzen, meint LVM-Pressesprecher Jobst Berensmann.


Der Betreiber des Delfinariums im Heidepark in Soltau, Merlin-Entertainments, gab im April 2008 bekannt, dass die Anlage noch dieses Jahr geschlossen wird.


Begründung: Das Unternehmen vertritt weiterhin den Standpunkt, dass derartige Einrichtungen den Tieren keinesfalls gerecht werden. Meeressäuger und Walartige sind in Gefangenschaft nicht artgerecht zu halten.

„Biologen entdeckten, dass  sich Delfine in Gefangenschaft in stereotypen Bewegungsabläufen ergehen. Immer wieder tauchen sie an den gleichen Stellen zum Atmen auf, um dann unter Wasser einen exakt bemessenen Kreis zu schwimmen.“ (Quelle „Delfine lächeln immer – die große Show der kleinen Wale“ von Stefan Austermühle, Natur Ausgabe 5/98, S.21).


Es gibt Delfine, die in Gefangenschaft Selbstmord verübt haben, weil sie in der Tristesse ihres stumpfsinnigen und monotonem Lebens in den kleinen Betonschüsseln ihren Lebenswillen verloren haben. Sie öffnen ihr Luftloch und ertrinken oder rammen ihre Schädel so lange gegen eine Betonwand, bis sie tot sind.

Der Ex-Flipper-Trainer Richard O’Barry bestätigt solche Vorfälle: "Der Delfin hatte seine Atmung eingestellt und Selbstmord begangen, weil die nicht artgerechte Haltung in der Gefangenschaft sämtliche Lebensmotivation zerstört hatte." - Ric O´Barry gab seinen Job als Delfintrainer auf, nachdem eines der Delfinweibchen in seinen Armen bei den Dressuren zu den Dreharbeiten für einen Flipperfilm gestorben war. Seit 1970  setzt er sich weltweit gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ein und ist heute Mitarbeiter des Earth Island Institute, www.savejapandolphins.org


Bereits vor 15 Jahren äußerte sich der Geschäftsführer des Hansa-Parkes Christoph Andreas Leicht:Heute wissen wir, dass Delfine zu den Tieren gehören, die weniger gut als Zootiere geeignet sind.“  Schon damals wurde auf den planfertigen Neubau einer Anlage verzichtet.




Bundesverband autismus Deutschland e.V., Maria Kaminski, Vorsitzende
"Ich favorisiere andere Therapieformen, deren Wirkung bereits seit langer Zeit wissenschaftlich sehr gut bewiesen ist und die zudem weitaus günstiger angeboten werden. Schon alleine der Kostenfaktor spricht eindeutig gegen die Delfintherapie, die oftmals mehrere tausend Euro verschlingt und die Eltern behinderter Kinder in Existenznöte bringen kann. Nicht zu vergessen ist auch, dass Delfine Wildtiere sind, die in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können."
23.09.2007

Whale and Dolphin Conservation Society, Dr. Karsten Brensing, Meeresbiologe und Conservation Manager:
„Die wenigsten Menschen wissen, dass Schwimmprogramme, also auch die Delfintherapie in Delfinarien mit zwei maßgeblichen Risiken verbunden ist. Zum einen erhöht sich die Gefahr von Verletzungen durch aggressive Tiere, die in den beengten Verhältnissen nicht ausweichen können und zum anderen erhöht sich das Risiko durch Krankheitsübertragung. Wir dürfen nicht vergessen, dass Delfine Raubtiere sind und sich nicht wie unsere Hunde an das Leben mit Menschen gewöhnt haben und, dass die Delfine ihre Fäkalien ständig an das Wasser abgeben, in dem die oftmals immun geschwächten Patienten mit ihnen schwimmen.“
August 2007



Geplanter Bau einer Lagune in Nürnberg



ÖDP, Thomas Schrollinger, Vorsitzender des Kreisverbandes Nürnberg: „Wenn die Einnahmen des Delfinariums 42 % der Gesamtsumme des Tiergartens ausmachen (Zahlen aus 2005), dann muss in den Augen gewinnorientierter Tiergartenbetreiber eine Schließung eine Katastrophe sein. Mit dem krampfhaften Festhalten am Bau der sog. Lagune wird Profitstreben als Tierschutz verkauft. Dabei ist das geplante Freibecken nicht viel mehr als ein Wintergarten für eine Gefängniszelle.“
Pressemitteilung 11.7.2007

Richard O’Barry, Delfinschützer, ehemaliger Trainer der Delfine für die Flipper-Serie:
„Gefangenschaft tötet.“ Die hochsensiblen Meeressäuger litten stärker unter der Gefangenschaft als andere Tierarten. Und auch die am Schmausenbuck geplante Delfin-Lagune sei keine Lösung. „Eine Lagune ist eine Bucht im Meer, das hier ist ein Betonloch“.
Abendzeitung 30.6.2007

Bündnis 90/ Die Grünen Nürnberg, Christine Seer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und umweltpolitische Sprecherin:
„Die Kosten der Lagune sind von bisher 10,3 auf 17 Millionen Euro gestiegen. Die Finanzierung ist noch völlig offen. … Sofern die 17 Millionen überhaupt finanziert werden können, wird dies das Budget des Tiergartens auf Jahre belasten und auf Kosten von überfälligen Investitionen im Tiergarten (Vogelgehege, Flusspferde usw.) gehen.“
Antrag für die Stadtratssitzung am 18.7.2007



Wal- und Delfinschutz-Forum, Jürgen Ortmüller, Präsident:
„Das Delfinarium in Nürnberg dient aufgrund der Einnahmen von jährlich über 1 Million Euro hauptsächlich kommerziellen und nicht überwiegend Forschungs- oder Bildungszwecken.“
August 2007

Deutscher Tierschutzbund, Wolfgang Apel, Präsident:
„Da aus Sicht des Tier- und Artenschutzes ein derartiger Ausbau in keiner Weise verantwortbar ist, bitten wir Sie eindringlich, diesem Vorhaben eine klare Absage zu erteilen. In unserer Forderung sehen wir uns auch durch das am 28.6.2007 stattgefundene Fachgespräch zur Delfinhaltung und Delfintherapie in Deutschland auf Einladung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen bestätigt. Sämtliche Teilnehmer (aus Wissenschaft, Patientenorganisationen, Tierärzteschaft, Tierschutz) sprachen sich aus Tier- und Artenschutzgründen einhellig gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft aus.“
Brief an OB Maly vom 11.7.2007

PRO WILDLIFE, München
fordert die Stadt Nürnberg auf, die Notbremse zu ziehen und den geplanten Neubau der Delfinlagune zu verhindern. „Die extrem hohen Sterberaten belegen, dass Delfine in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können“, so Dr. Sandra Altherr. „Große Tümmler legen in der Natur täglich bis zu 100 km zurück, erreichen Spitzengeschwindigkeiten bis 55 km/h, tauchen ohne Probleme bis zu 500 Meter tief und leben in komplexen Familienverbänden. All dies ist ihnen in Gefangenschaft nicht möglich.“
Pressemitteilung 28.6.2007

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Quelle u.a.: http://www.tierrechte-nuernberg.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2&Itemid=2