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Wie bereits berichtet, befindet sich leider in Malindi direkt noch keine Stelle, die sich um den angeschwemmten Müll kümmert. Es gibt viele Hotels und ein Fischerdorf und viele Sandstrände. Wir besuchten das Fischerdorf, welches an einem wunderschönen aber auch zugemüllten Sandstrand liegt.
 
Das Fischer-Dorf besteht an dieser Stelle schon seit einigen Jahren. In den rund 80 Hütten leben 230 Menschen, die sich hauptsächlich vom Fischfang ernähren. Im Prinzip ist das Dorf illegal und wird von den Behörden nur geduldet. Es gibt keine Pachtverträge und auch keine Stromversorgung.
 
Die meisten Männer der Familien waren bei unserem Besuch auf Fischfang. Die Frauen kümmerten sich um die Wäsche und um die Kinder. Es gibt zwei Brunnen, aus denen Brackwasser gefördert wird. Eine Frischwasserquelle fehlt. Schon auf dem Weg ins Dorf fiel mir ein Müllberg auf. Er befand sich hinter einem italienischen Restaurant an der Hauptstraße. Der Besitzer wirft einfach alles hinter sein Restaurant, um den städtischen Gebühren für die Entsorgung zu entgehen. Auch fielen mir die vielen Glasscherben auf, die überall herumlagen. Das Dorf selbst kam mir vor wie eine Müllhalde. Berge von Windeln und überall Plastikmüll. Ein Berg war voll von altem Elektroschrott, den die Bewohner wohl etwas zu Geld machen wollen. Darunter auch kaputte Energiesparlampen, an denen ein paar kleine Drähte für die Bewohner von Interesse ist. Von gefährlichen Stoffen, wie Quecksilber, hat hier wohl noch nie jemand etwas gehört. Die meisten Kinder hatten keine Schuhe und liefen barfuß durch das Dorf. Einige der Kinder hatten Infektionen auf ihren Köpfen und an ihren Füssen und bei manchen fehlten gar an den Zehen die Nägel.
Immer wieder leiden die Bewohner durch fehlende finanzielle Mittel unter Hunger. Das Gemeindehaus, im Prinzip eine ein Meter hohe Mauer auf allen Seiten und ein Dach obendrauf ist ebenfalls total zugemüllt. Zu besprechen gab es hier wohl schon lange nichts mehr.
 
Inmitten der Hütten liefen auch fünf Hunde und 15 Katzen umher, die alle nicht wohl ernährt aussahen, aber doch sehr zutraulich auf Menschen wirkten.
 
Der Wind trieb aus diesem Dorf immer wieder Plastikmüll an den Strand, an dem sich nur wenige Touristen befanden. Eigentlich ein schöner Fleck Erde, wäre da nicht überall dieser Müll, der nach Angaben eines Dorfbewohners bisher auch am Strand vergraben wurde. Genau an diesem Abschnitt hier wurde letztes Jahr ein toter Delfin an den Strand gespült. Die Todesursache ist unbekannt, da der Kadaver nicht untersucht und wieder ins Meer zurückgebracht wurde.
 
Auf dem Meer befindet sich ein illegaler großer Fischtrawler aus Indien, der wohl den Dorfbewohnern kaum noch etwas übrig lässt. Die Plünderer haben es einfach, denn eine Küstenwache gibt es hier leider keine. Ich hätte gerne mit einer solchen über das Müllproblem und den verlorenen Geisternetzen im Meer gesprochen.
 
Ich möchte unbedingt erreichen, dass hier regelmäßig der Müll am Strand eingesammelt wird. Es wäre der perfekte Ort, dass auch die Schildkröten in dieser Region doch noch einen Laichplatz bekommen könnten. Doch außer den Dorfbewohnern kommt hier niemand in Betracht, der dies tun könnte.
 
Wie bringt man ein Fischerdorf mit 230 Einwohnern, die selbst kaum ein Bewusstsein für die Problematik des Mülls aufweist und noch dazu inmitten von diesem lebt, zu solch einem "Tatendrang"? Viele der Dorfbewohner sind krank, leben in Armut und sind kaum motiviert. Ihre Freundlichkeit gegenüber anderen, gerade Fremden, haben sie jedoch nicht verloren. Lächelnde Gesichter sah ich fast überall.
 
Als wir das Dorf verließen liefen uns viele kleine Kinder hinterher. Unser Fahrer, sagte mir, dass die Kinder Bonbons erwarten. Bonbons? Wir hatten keine dabei. Aber ich hatte eine Idee.
 
Wir fuhren in einen Supermarkt und kauften einige Tüten Bonbons und Trockenfutter für die Hunde und Katzen, die nur Fischabfälle zu fressen bekamen und kehrten in das Dorf zurück. Ich musste ausloten, ob wir vielleicht doch noch etwas erreichen können. Disziplin scheint hier zu herrschen. In Scharen rannten die Kinder zu uns und sie stellten sich alle ganz artig in zwei Reihen auf, um an die begehrten Süßigkeiten zu gelangen. Wir erfuhren, dass Elias, der Chef des Dorfes gerade nicht da war und wir übergaben das Katzen- und Hundefutter seinem Vertreter, der dies dann an die Familien mit den Tieren verteilen sollte. Ich sagte zu den Kindern ganz spontan, dass sie nun ja als Gegenleistung jeder eine Plastikflasche aufsammeln und zu uns bringen sollten. Innerhalb von Sekunden hatte jeder von den Kindern eine in der Hand! Wir gaben diese dem 2. Dorf-Chef, der uns versprach, diese ordentlich zu entsorgen.
 
Eigentlich ganz simpel. Sie bekommen was und wir auch. Ob sich dies auch im Größeren umsetzen lässt? Wir müssen es versuchen und verabreden uns für ein Treffen mit Elias, dem Chef des Dorfes, was noch am gleichen Tag stattfand.
 
Elias hörte meinen Ausführungen genau zu. Ich sagte ihm, dass wir den Müll in seinem Dorf und am Strand bekämpfen müssen. Es läge auch im Interesse von ihm und allen Bewohnern. Die Infektionen sind Folgen des Mülls. Es könnte durchaus einmal sein, dass ein Inspektor der Stadt oder des Landes einmal sein Dorf besucht und was er vorfindet, wird ihm sicherlich nicht gefallen. Ich ergänzte, dass die Regierung schon so einige illegale Siedlungen in Kenia räumen und abreißen ließ. Was aus den Bewohnern wird, ist denen egal. Das Müllproblem könnte einmal der Grund dafür sein, dass er und seine Mitbewohner eines Tages vor gar nichts mehr stehen werden. Es wäre doch toll, wenn sein Dorf und der Strand davor, der sauberste Ort Kenias werden würde!
 
Wie die Regierung mit seinen armen Bewohnern verfährt, zeigt dieser jüngste Bericht

http://www.spiegel.de/politik/ausland/kenia-behoerden-reissen-hunderte-slum-wohnungen-in-nairobi-ab-a-1220118.html

Ich berichtete weiter von den Gefahren für die Schildkröten, Delfinen, Walen und für die Fische, die von dem Müll und den alten Netzen ausgingen. Auch er und seine Dorfbewohner würden in einigen Jahren nur noch Fische voll mit kleinen Plastikpartikeln fangen. An wen wolle er diese dann noch verkaufen? Elias hat verstanden und er erzählte von seinen Nöten. Gerade die einseitige Ernährung von fast nur Fisch mache allen Dorfbewohnern sehr zu schaffen. Sie wünschten sich Maispulver, aus denen sie verschiedene Gerichte zubereiten können.
Klar ist, dass wir einen Deal brauchen. Ich schlug Elias vor, dass wir alle zwei Wochen eine Strandsäuberung durchführen könnten. Dazu könnte jede Familie, die ein Haus bewohnt, einen Repräsentanten schicken. Alles was dazu gebraucht wird, würden wir besorgen. Auch würden wir uns um die kranken Kinder mit ihren Infektionen kümmern und natürlich würden wir ihnen als Ausgleich auch dieses Maismehl besorgen, welches für alle Dorfbewohner für einen oder zwei Tage ausreichend zu essen bieten würde. Elias wollte dies noch am Abend mit seinen Bewohnern besprechen und er sagte uns am nächsten Morgen: DEAL!
 
Wir schlugen ihm vor, dass wir einen Tag vor meiner Abreise eine Strandsäuberung machen werden, an der jedoch nur gesunde Menschen teilnehmen dürften. Jede Familie, die einen Repräsentanten schickt, bekommt dafür auch ein 2 KG-Maispulver-Paket. Klar, war Elias einverstanden.
 
Wir setzten wieder alle Hebel in Bewegung. Wir gewannen einen Arzt in Mombasa, der mit einem Assistenten die Infektionen der Kinder kostenlos behandeln würde. Wir bräuchten nur Handschuhe, Desinfektionsmittel, Pflaster und Tücher dazu besorgen. Wieder fuhren wir die Geschäfte ab, wo wir erneut die Gegenstände für die Strandsäuberung besorgen konnten. Rechen, Harken, Spaten, Macheten, Schubkarren, Handschuhe, Sammeltaschen füllten erneut unseren Van. Das Maispulver, Getränke und Brot und noch weiteres Hunde- und Katzenfutter besorgten wir ebenfalls.
 
Wie vereinbart trafen wir zum Treffpunkt im Dorf ein. So viele Menschen begrüßten uns und alle wollten wohl den ungewöhnlichen Mann aus Deutschland kennenlernen, der für eingesammelten Müll noch Essen bringt. Ich hielt eine Rede vor allen Dorfbewohnern und bekam von allen wieder dieses Nicken der Zustimmung.
 
Das Ärzteteam traf auch mit noch drei Assistenten ein. Im Gemeindehaus wurden Stühle aufgestellt, gebrauchte Schüsseln mit Wasser aufgefüllt und dieses mit dem Desinfektionsmittel gemischt. Wieder bildeten sich Reihen an Kinder, die ihre Wunden und Infektionen behandelt bekamen. 43 an der Zahl. Die Erwachsenen saßen auf den Mauern und beobachteten dies alles, wie ihre Kinder in dem vermüllten Gemeindehaus behandelt wurden. Ich konnte diese Tatenlosigkeit der Erwachsenen nicht ertragen und fing an, die Sammeltaschen für den Müll zu verteilen und drückte einem Mann einen Rechen in die Hand. Zu Elias sagte ich, dieses ist das erste Haus in dem Dorf, welches komplett vom Müll befreit wird. Elias gab Anweisungen und es wurde gekehrt, gesammelt, was das Zeug hielt. Mit Besen wurde gekehrt und die Bewohner hatten verstanden. Sie müssen ihren Müll beseitigen, denn sonst werden ihre eigenen Kinder nie gesund werden. Ohne eigenes Zutun wurden noch mehr Rechen verteilt und rings um das Gemeindehaus hat das Saubermachen begonnen. Ich schlug Elias vor, einen Verantwortlichen zu benennen, der sich in Zukunft für die Sauberkeit in diesem Haus verantwortlich zeigt. Innerhalb von 10 Sekunden war einer gefunden und er erklärte sich auch bereit dazu. Wow, wie einfach man doch die Leute motivieren kann, dachte ich mir.
 
Wieder regnete es und während das Ärzteteam seine Arbeit fortsetzte, machten wir uns auf dem Weg zum Strand. In kleinen Teams rückten etwa 80 Dorfbewohner, die natürlich alle gesund waren, dem Müll zu Leibe. Wiederum füllten Unmengen Plastikflaschen, ausgediente Sandalen, Motoröl-Kanister und auch kaputte Netze die Sammeltaschen. Insgesamt sammelten wir 15 dieser Taschen an Müll. Dieser wird nun auch hier nicht mehr im Sand vergraben, sondern der örtlichen städtischen Müllentsorgung zugeführt, die ganz in der Nähe des Dorfes eine Ablagestelle dafür hat.
 
Familien, die einen Repräsentanten für die Strandsäuberung schickten, bekamen dann auch dieses ersehnte Maismehl. Auch stellten wir Getränke. Brot und Biskuits bereit. Wenige, die nicht mithalfen, bekamen nichts, außer der Versorgung ihrer kranken Kinder. Die sind wohl alle beim nächsten Mal mit dabei!
 
Erstaunt war ich über die Hierarchie in diesem Dorf. Auf Elias hörten und folgten alle. Schon am Strand wurden Namenslisten geführt, wer an dem Cleanup teilgenommen hatte. Auch wurden die Namen der Teilnehmer notiert, die unsere gespendeten Gegenstände ausgeliehen hatten. Im Gemeindehaus waren nach der Aktion alle anwesend und die Namen wurden vorgelesen. Jeder, selbst der sich nur Handschuhe ausgeliehen hatte, wurde aufgerufen und musste seine Sachen wieder bei Elias abgeben.
Auch bei der Verteilung des Maismehls wurden die einzelnen Teilnehmer namentlich aufgerufen und jeder konnte sich seinen Anteil abholen.
 
Hier steckt wirklich großes Potential dahinter. Dieses Dorf und sein Strand davor soll der sauberste Ort Kenias werden, das ist das gemeinsam erklärte Ziel. Wir schlugen Elias vor, dass wir das alle zwei Wochen an einem Samstag, wo sich die meisten Bewohner in dem Dorf befinden, wiederholen könnten. Das Ärzteteam muss die Behandlungen noch mehrmals fortsetzen, bis die Infektionen beseitigt sind. Klar ist dabei aber auch, dass sein Dorf komplett vom Müll befreit wird. Elias stimmte natürlich zu.
 
Wir wollen das Dorf weiterhin unterstützen. Ich persönlich freue mich sehr darüber, dass wir nun auch direkt in Malindi eine "Müllsammelstelle" einrichten konnten.

Für die nächsten Aktionen benötigen wir Spenden für Desinfektions-Material, Pflaster, Handschuhe, Reinigungstücher, Desinfektionsmaterial für die Reinigung aller 80 Hütten, Mülleimer für jede Hütte, Müllsammeltaschen, Maispulver, Getränke, Brot, sauberes Wasser, Wasserschüsseln, Besen, Holzstile für Rechen, Schuhe für die Kinder, die keine haben und auch gerne an den Strandsäuberungen teilnehmen wollen und auch Hunde- und Katzenfutter.
 
Bitte unterstützen Sie dieses Projekt, damit die Artenvielfalt an Kenias Küste geschützt und viele Leben vor einem vermeidbaren Tod bewahrt werden können.
 
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Verwendungszweck: Kenia

Da wir als gemeinnützig und förderungswürdig anerkannt sind, erhalten Sie auf Wunsch eine Spenden-Bescheinigung, die steuerlich geltend gemacht werden kann.

Herzlichen Dank für Ihre wichtige Unterstützung!

Andreas Morlok
CEO ProWal



Auf dem Weg zum Fischerdorf













































































Touristen fahren illegal mit einem PKW an den Strand





























Windeln





























































Arzt mit seinem Team kam aus Mombasa, um die Kinder zu behandeln, die Infektionen aufweisen

























Vor dem Gemeindehaus













Desinfektion der Wunden

























Ab nun wird aufgeräumt!

















Auf dem Weg zum Müllsammeln am Strand





































































Ab nun wird auch kein Müll mehr am Strand vergraben





























Medikamentenflasche





























































Toller Einsatz von allen!

















Das Ärzteteam behandelte 43 Kinder.













Teilnehmerliste des Cleanups













Erst nachdem alle Gegenstände, die wir zum Müllsammeln besorgt hatten, zurückgegeben wurden, gab es für die Teilnehmer das begehrte Mais-Mehl.

























Für die Hunde und Katzen besorgten wir Trockenfutter. Sie bekamen bisher immer nur Fischabfälle.





Der sauberste Strand Kenias. Das hätte ich vor ein paar Tagen nicht mal gewagt zu träumen!








Projekt Fischerdorf 2